ElbSpitze 2023 Gavia - 777 km & 10.700 Hm

Die Elbspitze 2023 streckt sich, sie wird ungewöhnlich weit und ungewöhnlich flach. Sie bedient ein lang gehegtes Vorhaben: Den Endgegner Passo Gavia am späten Nachmittag des 1. Juli 2023 erreichen zu können. Die in den vergangenen Jahren immer homogener und stark besetzten Elbspitze-Teams geben uns die Zuversicht, dieses besondere Vorhaben ins Zentrum der Alpen verwirklichen zu können.

Gleichzeitig wird es uns zum 15-jährigen Jubiläum möglich sein, wieder an den Ort zurückzukehren, an dem sich die Elbspitze, seinerzeit am Stilfser Joch endend, erstmals für jedermann offen stand. Nur diesmal geht es noch einen Pass weiter, und damit im Finale insgesamt zweimal über 2500 Meter Höhe, ein Novum für die Elbspitze und sportlich von besonderer Note. Das bedeutet auch, dass die Elbspitze sehr wahrscheinlich nicht durch Hitze ihren entscheidenden Charakter bekommen wird, vielmehr ist das Gegenteil wahrscheinlicher. An dieser Stelle muss an die spektakulären Bilder des Giro 1988 erinnert werden, als bei Schneefall am Gavia jenes Rennen entschieden wurde - Inumano.

Die 15. Auflage unserer Tour folgt dem bewährten Schema, dem nach sich nach aufreibenden hügeligen 300 km spätestens mit Überqueren der Donau eine echte Langstreckenstimmung mit leichten Nachtkilometern einstellen wird; jedoch spätestens an der Pillerhöhe sich jäh wandelnd in die Strapazen eines kernigen Bergmarathons. Und dennoch: Wer die Bergwertung Oberbocksberg unbeschadet erreicht, der wird sehr wahrscheinlich auch das Ziel am Gavia erreichen.

Tag 1, Hügeliger Auftakt, 13 Hm/km, 302 km

Auf mehr oder weniger kürzestem Wege nimmt die Elbspitze am frühen Morgen fahrt auf, um mit der Bergwertung Moldava zügig den Erzgebirgskamm hinter sich zu lassen. Die wenigen Flachkilometer im Egergraben enden bald und werden durch das schier endlose Queren von Flusstälern ersetzt. Spätestens ab hier sind wir als Team gefragt: es lohnt sich, Ruhe ins Feld zu bringen, wir können in diesem Abschnitt sehr viel mehr Zeit und Körner verlieren, als wir "rausfahren" können. Erst Mit der Anfahrt in Richtung Čerchov wird die Topografie wieder klarer gegliedert und erlaubt auch den schwächeren wieder mehr, an Bergwertungen ihren eigenen Rhythmus zu finden und auf langen Abfahrten sich effektiv zu erholen. Die Route spendiert einige Kilometer um höhenmeterreiche Bergwertungen zu trassieren. Von diesen Bergwertungen gibt es aber im gesamten Abschnitt einige, und es dürften sich in Oberbocksberg schon klar zeigen, wenn nicht vorentschieden, wer der Bergtrikot auf seine Schultern holen wird.

Abend und Nacht, Entspanntes Alpenvorland, 8 Hm/km, 314 km

Entspannt wird es nun für alle nicht-Teilnehmer des Zeitfahrens. Jene aber, welche ernste Ambitionen auf ein Wertungstrikot hegen, werden eine Dreiviertelstunde lang alles geben, um die Karenzzeit zu schaffen und sich damit im Finale am zweiten Tag alles offen zu halten. Nur jene Fahrer, die nicht 9% langsamer sind als der Sieger dieser Sonderwertung, werden nach der letzten Pause 10 Minuten eher starten können. Die dritte Auflage dieses Zeitfahrens endet an der Bergwertung Geltenhof, damit ist maximaler Laktakspiegel vorprogrammiert! Alle anderen Teilnehmer rollen entspannt zu diesen Bergwertungen entlang der Isar, welche uns hoffentlich eine tolle Abendstimmung bescheren werden. Zum Sonnenaufgang, nach vielen brettflachen Kilometern durch die Nacht des bayerischen Alpenvorlands, werden wir uns schon in den Alpen befinden. Mit der Abfahrt in das Inntal stehen die letzten unbeschwerten Kilometer an

Tag 2, der Bergmarathon, 31 Hm/km, 163 km

Es ist angerichtet, mit der Bergwertung Karres beginnt ein kerniger Teil, bei dem jeder gefragt ist und Verstecken unmöglich wird. Die Pillerhöhe lässt die Bergfahrerherzen erstmals maximal höher schlagen, es ist der Auftakt echten Kletterns. Mit der letzten Pause vor dem Rechenpass endet die Gruppenfahrt, es ist Finale, jeder fährt so gut er kann. Wer Körner hat, verschießt sie im Kampf um Minuten und Bergpunkte, wer keine hat, haushaltet. Der Anstieg zum Umbrail ist mit Abstand der schwerste dieser Elbspitzauflage, die obersten 1100 Hm fordern mit mehr als 8% Steigung. Nach spektakulärer Abfahrt nach Bormio schließt sich italienisches Genussradfahren auf einem der schönsten Passstraßen der Alpen überhaupt an. Ohne Übertreibung sei gesagt: Wer diese Elbspitze in Ziel bringt, wird das wahrscheinlich landschaftlich schönste Finale aller Elbspitzen gefahren sein!

Profil-Info
(Berg)Wertungbei DistanzLänge (km)HMSteigungPunkteSchwierigkeit
Moldava@ 47 km8,46 km301 Hm3,56%10-5-3-2-110,7
u Žďárku@ 134 km1,20 km110 Hm9,17%10-5-3-2-110,1
Hradiště Chyše (Doppelbergwertung)@ 142 km1,73 km119 Hm6,88%10-5-3-2-18,2
v lesu@ 159 km1,90 km116 Hm6,11%10-5-3-2-17,1
Simon Baar@ 243 km4,77 km290 Hm6,08%15-10-5-3-2-117,6
Lengau@ 259 km2,68 km137 Hm5,11%10-5-3-2-17,0
Oberbocksberg@ 302 km7,66 km398 Hm5,20%20-15-10-5-3-2-120,7
Geltenhof@ 372 km0,88 km88 Hm10,00%10-5-3-2-18,8
Goldern@ 377 km2,84 km117 Hm4,12%10-5-3-2-18,4
Frauenberg@ 388 km1,07 km95 Hm8,88%10-5-3-2-18,4
Karres@ 618 km2,59 km122 Hm4,71%5-3-2-15,7
Pillerhöhe@ 638 km16,38 km859 Hm5,24%30-25-20-15-10-5-3-2-145,0
Rechenpass@ 686 km16,16 km600 Hm3,71%20-15-10-5-3-2-122,3
Umbrailpass@ 733 km23,50 km1548 Hm6,59%30-25-20-15-10-5-3-2-1102,0
Passo Gavia@ 777 km22,54 km1379 Hm6,12%Ohne Wertung84,4
TOTAL114,36 km6279 Hm5,49%190366,5




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