Elbspitze 2015 - Koralpe

Die Koralpe unterhalb des Gipfel des Gr. Speikkogels liefert zusammen mit dem Anstieg zur Weinebene und Soboth das schwerste Elbspitzfinale, was es bisher gab. Nicht weniger als 4.600 Hm auf den finalen 110 km versprechen selbst die besttrainiertesten Fettstoffwechsel zu überfordern. Gleichzeitig kommen wir mit der Route in die Ostalpen dem vielfach geäußerten Wunsch nach, den Elbspitzeauftakt erstmals anders zu gestalten. Wir durchqueren Tschechien komplett von Nord nach Süd und sehen mit etwas Glück abends an der ersten österreichischen Bergwertung erstmals die Alpen.

Gewiss ist diese Strecke extrem (12.500 Hm und 755 km), aber sie ist ebenso machbar wie all die Jahre zuvor. Der Schwierigkeitsgewinn ist tatsächlich auf den Schlussabschnitt konzentriert, sonst erwarten uns gut rollende Straßen durch vielfältige Landschaften - auch 2015 steht der Genuss weit oben auf der Prioritätenliste.

Unser Zeitplan ist so straff wie nie zuvor. Anstatt Fahrer auf der Schlussrunde um das Speikkogelmassiv aus Zeitgründen in den Besenwagen verbannen zu müssen, haben wir uns entschieden, auch die direkte Fahrt ab der letzten gemeinsamen Pause zur Koralpe als "gefinisht" zu werten und wie gewohnt in die Liste der Fahrer, die das Ziel erreicht haben, aufzunehmen. Noch immer ist die Strecke dann 680 km lang und überwindet dabei 10400 Hm, noch immer handelt es sich also dabei um eine echte Elbspitze.

Damit schaffen wir einen Kompromiss, bei dem die Elbspitze niemanden abschrecken muss aber gleichzeitig jeder die Möglichkeit hat, die außergewöhnliche Topographie um den Speikkogel auszukosten.

Abschnitt 1: 155 km, 2.400 Hm, 15,5 Hm/km, 29.5 km/h

Nach dem Start um 5 Uhr an der Frauenkirche in Dresden überqueren wir den Erzgebirgskamm diesmal in Cinovec, zuvor steht aber die erste Bergwertung in der Baukahre an, ein Rolleurberg mit Serpentinen zum anbremsen. Weiter führen uns große Straßen bis Billina, wo wir in das Böhmische Hügelland eintauchen. Der Abschnitt ist nicht leicht zu fahren, hier ist das Team wesentlich mehr gefragt als in den Jahren zuvor. Bitte nehmt euch ausreichend Verpflegung mit, außer Getränkenachfassen am Auto ist die erste Pause tatsächlich erst nach 155 km vorgesehen, direkt nach dem ersten schwereren Berg der Elbspitze im Krivoklatsko.

Abschnitt 2: 105 km, 1.100 Hm, 11,3 Hm/km, 31.2 km/h

Ganz ohne Bergwertung geht es auf kurzen Weg weiter nach Süden. Dies ist der leichteste Abschnitt der gesamten Elbspitze, hier sollte man sich erholen für kommende Aufgaben. Falls der Wind mäßig aus Ost oder West kommt, wird es aber schnell alles andere als erholsam.

Abschnitt 3: 107 km, 1.800 Hm, 16,5 Hm/km, 28.9 km/h

Während der vorrangegangene Abschnitt eher zum Blick auf den Tacho einläd, kommt jetzt ein richtiger Augenschmaus. Entlang des Böhmerwaldes fahrend, biegen wir bald in das idyllische Moldautal ein. Es führt uns zur Grenze nach Österreich, hinter derer sich bald, abermals zum Ende eines Abschnitts, die schwerere Bergwertung nach Breitenstein befindet.

Abschnitt 4: 96 km, 950 Hm, 10,0 Hm/km, 32.0 km/h

Topografisch unspektakulär ist die Fahrt in die Nacht hinein. In der Dämmerung durchfahren wir Linz, was diesmal die größte zivilisatorische Hürde auf dem Weg in die Alpen ist (dafür entfällt die übliche Plzen-Durchfahrt). Aufkommende Müdigkeit wird hoffentlich durch die Bergwertung Freithofberg bekämpft. Traditionell steht um Mitternacht die Pause mit Pastaverpflegung an!

Abschnitt 5: 101 km, 2.000 Hm, 20,4 Hm/km, 27.4 km/h

Entlang der Enns geht es permanent leicht ansteigend, teils wellig in Richtung Sonderwertung: Während das Feld noch geschlossen über den (nichklassifizierten) Buchauer Sattel rollt, steht 10 km später planmäßig um 3.00 Uhr die Eröffnung der Sonderwertung an. Die Bergwertung "L713" wird ohne Warten ausgefahren, an der sich direkt anschließenden Bergwertung Hohentauern wird das Grüne Trikot vergeben an den Fahrer mit den meisten Bergpunkten an beiden Wertungen. Zur Beruhigung der Gemüter führen die verbleibenden Kilometer leicht bergab nach Judenburg zur Frühstückspause.

Abschnitt 6: 87 km, 900 Hm, 10,4 Hm/km, 32.0 km/h

Der letzte Erholungsabschnitt ist wahrscheinlich von großer Bedeutung für die Wertung des aktivsten Fahrers. Nur "große Motoren" können jetzt noch zuverlässig die Führungsarbeit leisten und - eigentlich viel wichtiger - das Feld mit einer rhythmischen und konstanten Fahrweise zusammenhalten. Die letzte Pause wird betont kurz gehalten, in der Regel 25 Minuten, dann wird das Rennen eröffnet.

Abschnitt 6: 110 km, 4.650 Hm, 42,3 Hm/km, 20.8 km/h

Für einige wird es hier noch um Bergpunkte und das Gelbe Trikot gehen, für alle aber um das Ankommen. Elbspitzeanwärter 2015 sollten mit den Außmaßen dieser Topografie vertraut sein, extrem aber machbar. Als traditionell letzter Scharfrichter des Glocknerman bietet uns der Soboth gerade den richtigen Auftakt zur Umrundung des Speikkogelmassivs. Nach diesem Scharfrichter folgt die giftige Bergwertung am Eckweber, bevor nach kurzer Abfahrt die über 22 km fast endlose Auffahrt zur Weinebene folgt. Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Fahrer hier erstmals an seine Grenzen stoßen wird. Nichts desto trotz sollte man einige Körner im Tank lassen, denn der steilste Anstieg der Elbspitze 2015 hinauf zur Koralpe steht erst noch an. 10.7 % ist eine durchaus ernstzunehmende Hürde, insbesondere nach den bereits zwei überwundenen Bergen höchster Kategorie sollte 34:28 Mindestübersetzung sein. Was wartet am Ziel auf der Koralpe? Totale Erschöpfung, totale Euphorie, anfeuernde Teamkollegen, berechtigter Stolz ... sicherlich von allem etwas!

BergwertungStreckenabschnittLängeHöhenmeterSteigungSchwierigkeitBergpunkte
Baukahre@ 33.5 km6.70 km264 Hm3.9 %10.4 P10-5-3-2-1
Kroucova@ 115.5 km1.83 km117 Hm6.4 %7.5 P5-3-2-1
Krivoklatsko@ 144.6 km3.50 km242 Hm6.9 %16.7 P15-10-5-3-2-1
Breitenstein@ 361.5 km4.66 km311 Hm6.7 %20.8 P15-10-5-3-2-1
Freithofberg@ 447.7 km3.00 km196 Hm6.5 %12.8 P10-5-3-2-1
Kaiserau@ 505.9 km6.75 km452 Hm6.7 %30.3 P20-15-10-5-3-2-1
Hohentauern (SONDERWERTUNG)@ 521.0 km8.44 km545 Hm6.5 %35.2 P20-15-10-5-3-2-1
Soboth@ 649.6 km10.10 km1.000 Hm9.9 %99.0 P30-25-20-15-10-5-3-2-1
Eckweber@ 688.0 km3.00 km270 Hm9.0 %24.3 P15-10-5-3-2-1
Schmuckbauer@ 688.0 km7.8 km430 Hm5.5 %23.4 P15-10-5-3-2-1
Weinebene@ 693.9 km22.46 km1.298 Hm5.8 %75.0 P30-25-20-15-10-5-3-2-1
Koralpe@744.5 km10.61 km1.136 Hm10.7 %187.7 P30-25-20-15-10-5-3-2-1
Summe86.11 km6.410 Hm7.4 %519.7 Pmax. 200

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Finale rund um den Großen Speikkogel

Musik: Dexter Britain - "The Time to run", gekürzt, Lizenz




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