Elbspitze 2010 - Stilfser Joch

Elbspitze 2010, 770 km, 9.800 HM

Teil 1: Deutsche und Böhmische Mittelgebirge [324 km, 3.850 HM]

Die ersten Kilometer bis Tschechien führen zwar über das Erzgebirge hinweg, sind aber - da die Beine frisch und hungrig - kein Problem, ebenso wie die Abfahrt und die folgenden Kilometer bis hinter Most. Danach beginnt die Rakovnická pahorkinatina, ein unrhythmisches Hügelland, dass sich fast bis Plzen zieht. Das sollte man nicht unterschätzen, wahrscheinlich werden hier die ersten merken, das wir auf dem Weg zum Stilfser Joch sind. Nach dem stets angenehmen Plzner Stadtverkehr kann wieder ordentlich Druck gemacht werden, die vierspurige Straße lädt dort zum Rasen ein. Schnitt hoch also, bis weit hinter Klatovy, wo man sich am Beginn des Anstiegs zum Böhmerwald befindet. Die 650 HM gelten als erster Scharfrichter, allerdings sind es nur 20 km Anstieg, zwar fast so viel wie das Stilfser Joch, aber viel flacher. 2009 wurde die Gunst der Stunde und die tolle Athmosphäre hier genutzt, um erstmals die Muskeln ein wenig spielen zu lassen. Zuviel Körner kann man aber nicht vergeuden, denn nach langer Abfahrt im Bayrischen Wald geht es hinauf zum Ruselabsatz.

Teil 2: Bayrisch Holland [246 km, 1.350 HM]

Vom extrem einfachen Streckenprofil sollte man sich nicht täuschen lassen, denn vorraussichtlich fährt man bald - wenn noch nicht geschehen - in die Nacht hinein. Zwar stehen im Alpenvorland auf über 200 km nur 1.300 HM im Weg, aber wenn die Uhr dann 2 schlägt, kriecht die Müdigkeit in die Knochen. Vielleicht freuen sich einige bei Sonnenaufgang die Alpen zu sehen, mit dieser Vorfreude sollte man aber vorsichtig sein, sie könnte enttäuscht werden. Ab Feldkirchen wird die Strecke dann endlich wieder abwechslungsreicher und hügeliger, angesichts der bis dahin absolvierten Kilometer vor allem auch fordernd.

Teil 3: Alpen [200 km, 4.600 HM]

Erneut schlägt die Uhr ... zur Stunde der Wahrheit. Jetzt ist kein Verstecken im Peloton mehr möglich. Die Idylle des Walchensee's wird spätestens in Mittenwald enden. Noch 185 km aber 4.400 HM bis ins Ziel. Man muss mit Sicherheit nicht erwähnen, dass es empfehlenswert ist, mit solchen Dimensionen umgehen zu können. Man darf da kein Blatt vor den Mund nehmen, hier muss beinahe noch ein Ötztaler gefahren werden. Mit jeder Stunde wird der Durchschnitt dahinschmelzen. Der Buchener Sattel stellt noch keine Hürde dar, aber die Pillerhöhe wartet mit längeren 10%-igen Passagen auf, die richtig weh tun. Im Inntal kann man sich dann auch nur schlecht erholen, denn leider dürfen wir nicht auf die Schnellstraße sondern müssen das ständige auf und ab der Nebenstraße ertragen. Weil es schöner ist, haben wir die Anfahrt zum Reschenpass über die Norberthöhe geplant, schweizer Terrain, Ausweis also nicht vergessen. Das klang jetzt alles schlimm, aber eins darf man verraten: Nach einer solchen Distanz einem solch würdigen Endgegner wie dem Stilfser Joch entgegen zu treten, verspricht viel Freude. Wer bis hierher gekommen ist, muss keine Angst haben und darf jetzt geniesen !

HINWEIS: Wer in Imst merkten sollte, dass nichts mehr geht, kann anstatt der schweren Pillerhöhe auch den Bogen über Landeck schlagen, das sind nur 8 km Umweg aber dafür 500 gesparte Höhenmeter. Gleiches gilt für den Reschenpass: Auch hier kann man insbesondere Kilometer abkürzen, die echte Reschenpassauffahrt ist außerdem flach und rollt von ganz allein.

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Sonnabendnachmittag am Stelvio, 770 km in den Beinen ... ELBSPITZE 2010




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