Elbspitze 2011: Timmelsjoch

Die Schlusskilometer des Ötztaler Radmarathons sind leiderprobt. Nur noch Euphorie, oder endlose Qual. Hier wird die Idee der Elbspitze erfahrbar: Ein Bergmarathon, hart und elitär aber auch eindrucksvoll und befreiend.
Mehr denn je wird die Elbspitze ihrem Motto, mit letzter Kraft den Endgegner zu besiegen, gerecht werden.
Gedanken Kreisen, wie wird es sich anfühlen, an einem Julitag mit 730 km in den Beinen und den Blick auf den nicht enden wollenden Steilhang gerichtet?

1: Erzgebirge - 60 km mit 16,5 Hm/km - 26,5 km/h, 185 W

Monatelanges Training münden im Start der Elbspitze auf dem Neumarkt an der Frauenkirche in Dresden. Gute Beine, schlechte Beine - der erste Abschnitt lädt ein, der Frage auf den Grund zu gehen. Die diesmal abwechslungsreiche Route zur ersten Bergwertung hinter Moldava auf dem Kamm des Erzgebirges erfordert straffe Zügel. Zur Entlohnung gibt es die schönste Abfahrt des Erzgebirges überhaupt hinunter ins Böhmische Becken.

2: Böhmisches Becken - 176 km mit 10 HM/km - 28,1 km/h, 168 W

Es bleibt hügelig bis hinter Plzen, die ausgebaute Bundesstraße rollt aber sehr gut. Ab Plasy wird es eine weitere, sehr kurze Bergwertung geben, wie gemacht für die Puncheure unter euch. Hinter Plzen wird das Streckenprofil betont eben, und man fährt immer tiefer hinein, in die Ausläufer des Böhmerwald.

3: Böhmisch-Bayerischer Wald - 85 km mit 15,5 HM/km - 27,9 km/h, 174 W

Die erste bessere Bergwertung ist immerhin fast 18 km lang aber sehr flach (die Spitzengruppe fuhr sie 2010 mit fast 28 km/h im Schnitt). Danach geht es sehr lang gleichmäßig hinab, bis zum Ruselabsatz abgebogen wird. Jetzt erwartet euch eine ähnliche Steigung, aber nur halb so viele Höhenmeter. Alles in allem ein sehr klar gegliederter Streckenabschnitt, auf den man sich sehr freuen kann.

4: Bayrisch Holland - 178 km mit 6 HM/km - 28,5 km/h, 164 W

Die Mühen der Ebene: Von vielerlei Seiten wird darüber geklagt. Was kann man dagegen machen? Zunächst fällt dieser flache Abschnitt relativ kurz aus. Jedoch die einzige wirkliche Linderung monothonen Verschleißes ist ein Berg. Biburg wird eine Nachtbergwertung sein, und noch etwas ist hervorzuheben: Es ist der erste Berg der gesamten Strecke, der durchschnittlich 10 % Steigung aufweist.

5: Nordalpen - 175 km mit 15 HM/km - 26,8 km/h, 181 W

Biburg liegt sogar direkt an der Strecke, zumindest wenn man eine der wenigen höhenmeterreichen Steigungen der Nordalpen ansteuert, in dem Fall den Sudelfeldpass. Warum machen wir das? Warum 5600 HM auf den letzten 240 km? Dramaturgie, das Blatt wird sich wenden, es muss sich wenden, entweder zur Euphorie, oder zum Leid. Der Sudelfeldpass wird am frühen Morgen die Lebensgeister wieder aufwecken. Wem das nicht gelingen sollte, für den ist der Gnadenwald vorgesehen ... das ist kein leeres Wortspiel sondern die nächste anspruchsvolle Bergwertung mit 10 % im Schnitt. Hinauf zur Bergwertung kurz vor Patsch wird es wesentlich flacher sein, dafür aber auch bedeutend länger. Ab hier wird die Gruppe ein letztes mal ein geschlossenes Feld bilden, hinauf bis zum Brennerpass, wo das Finale eingeläutet wird.

6: Finale - 65 km mit 46,5 HM/km - 19,3 km/h, 238 W

Hier ist Raum für die persönlichen Träume. Die Eröffnung des Finales durch das Begleitfahrzeug wird das Elbspitzfeld zersplittern. Zu selektiv die Strecke, zu verschieden die Ziele. Während vorn ein Kampf um die Wertungstrikots entbrennen wird, haben sich andere schon in ihren persönlichen Kampf vertieft. Neben dem Timmelsjoch steht mit dem Jaufenpass ein weiterer kräfterzehrender Anstieg im Weg. Fast 3000 Höhenmeter stellen größte Anforderungen an Energieversorgung und Psyche.

Geteiltes Leid und geteilte Freude, große Emotionen und endlose Erleichterung erwartet die Finisher der Elbspitze 2011.

Bergwertungen

BergwertungLängeHöhenmeterSteigungSchwierigkeitBergpunkte
 Erzgebirge 4.8 km 215 Hm 447.9 % 9.6 P  10-5-3-2-1
 Plasy 2 km 95 Hm 475 % 4.5 P  5-3-2-1
 Böhmerwald 17.6 km 655 Hm 372.2 % 24.4 P  20-15-10-5-3-2-1
 Ruselabsatz 8 km 295 Hm 368.8 % 10.9 P  10-5-3-2-1
 Biburg 1.4 km 145 Hm 1035.7 % 15 P  10-5-3-2-1
 Sudelfeldpass 12.6 km 670 Hm 531.7 % 35.6 P  20-15-10-5-3-2-1
 Gnadenwald 2.6 km 265 Hm 1019.2 % 27 P  15-10-5-3-2-1
 Patsch  7.7 km 448 Hm 581.8 % 26.1 P  15-10-5-3-2-1
 Jaufenpass 15 km 1130 Hm 753.3 % 85.1 P  30-20-15-10-5-3-2-1
 Timmelsjoch 29.1 km 1814 Hm 6.2 % 113.1 P  30-20-15-10-5-3-2-1
100.8 km 5732 Hm 5.7 % 351.3 P Max 165

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